Florian Kaps

35 Millimeter

Immer am Drücker: Florian Kaps

„An impossible Project“ – das war schon der erste Auftritt von Florian Kaps vor drei Jahren, damals noch im ehrwürdigen Literaturhaus München. „Sind wir von Sinnen? Das Comeback der Realität“: So hieß damals der Vortrag von Kaps, dem irren Wiener, der ganz ernst gemeint mit einem Overhead-Projektor auflief und noch echte und keine Powerpoint-Folien an die Wand warf, zum Abschluss des 3. Gipfels. Der Saal, wie soll man sagen, ja, er tobte.

Mit seiner Erinnerung an die Macht des Analogen in Zeiten, in denen alle (und viele von uns) mit ihren Smartphones immer blinder ins Digitale laufen, traf der Wiener Supersense- Macher Kaps 2019 einen Nerv auch bei uns im Markt. Den Kinofilm über sich, der gerade anläuft, den hat Kaps auf jeden Fall verdient. Auch wenn der Satz schräg formuliert ist. Denn eigentlich können vor allem die Zuschauer froh sein, dass es jetzt einen Kinofilm über Florian Kaps gibt. Über zwölf Jahre wurde er gedreht. Immer wieder, wenn wieder Kohle da war. Dokumentarfilmer Jens Meurer hat die Geschichte des Österreichers, der die letzte Polaroid-Produktion vor vielen Jahren vor dem Aus bewahrt hat, auf 35 Millimeter festgehalten. Das musste natürlich mal mindestens sein. Auch wenn‘s deutlich teurer ist in der Produktion. Die eigene Lebensstory sollte man nicht zurechtbiegen, auch wenn es an die Ernte geht. Und so hat Florian Kaps in den vergangenen zwei Pandemie-Jahren alle Speaker-Einladungen auf Onlineevents abgesagt; auch wenn sie gut bezahlt gewesen wären. Kaps: „Das habe ich nicht übers Herz gebracht.“ Ganz sicher ist auch das nun ein Grund, weshalb sich gerade ein kleiner Hype entwickelt. SZ, Das Erste, Deutschlandfunk und wie sie alle heißen berichten über Kaps. Warum? Er ist authentisch. Er macht keine Story, er lebt sie.

„Wenn alle in die eine Richtung laufen, dachte ich, es braucht vielleicht einen, der in die andere Richtung geht“, sagt Kaps nun in einem Arte-Trailer von „An impossible Project“ über sich. „Der Mensch funktioniert einfach mal mit seinen fünf Sinnen. Das heißt, es braucht das Analoge für die entscheidendsten Sachen im Leben wie sich zu verlieben, wie jemandem zu vertrauen. Es braucht auch fünf Sinne, um uns vor Sachen zu warnen. Und deswegen kann eine Welt und kann auch jede Diskussion über die Zukunft dieser Welt eigentlich nur in der Realität funktionieren. Und da hat halt das Digitale seine Grenzen.“

„Ich bin dem Jens schon sehr dankbar. Er hat eine Schwäche für abgehalfterte Österreicher“, sagt Kaps. Der abgehalfterte Österreicher hat gerade sein Supersense-Restaurant in der Praterstraße erweitert, lässt dort an einer offenen Feuerstelle kochen, will ein altes Wiener Hotel wiederbeleben und produziert mit seinen Partnern in Enschede gerade wieder über 3 Mio Polaroid-Filme im Jahr.

Erst im Kino, dann auf dem Gipfel: Am 12. Mai wird Kaps wieder am Start sein – und davon berichten, wie es ihm in den vergangenen drei Jahren ergangen ist. Er wird über Schallplatten und die Kraft der analogen Räume sprechen. Wer Lust hat, kann sich ja bis dahin „An impossible Project“ im Kino anschauen. Lohnt sich.

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